Körnerwoche · Die Person
Einundzwanzig Jahre
Theodor Körner wurde am 23. September 1791 in Dresden geboren. Die Neue Deutsche Biographie setzt abweichend den 30. September an, die übrige Überlieferung nennt einhellig den 23. September. Sein Vater Christian Gottfried Körner (1756 bis 1831) war Oberappellationsgerichtsrat in Dresden und ein Freund Friedrich Schillers, den er förderte und zeitweise im eigenen Haus beherbergte. Die drei Jahre ältere Schwester Emma Körner (1788 bis 1815) war Malerin. Von ihr stammt das bekannte letzte Bildnis des Bruders, gemalt im April 1813.
Freiberg
Zur Schule ging er kaum. Die Dresdner Kreuzschule besuchte er nur kurze Zeit, unterrichtet wurde er überwiegend von Privatlehrern. Vom 10. Juni 1808 bis zum 28. Juni 1810 studierte er an der Bergakademie Freiberg Bergbau und Mineralogie. Abraham Gottlob Werner und Wilhelm August Lampadius förderten ihn. Im Sommer 1809 unternahm er eine Studienreise in die Oberlausitz und die schlesischen Gebirge. 1810 erschien sein erster Gedichtband „Knospen“ bei Göschen in Leipzig. Er war achtzehn.
Leipzig
In Leipzig ging es schief. Im August 1810 bezog er die Universität. Nach Händeln mit einer Gesellschaft adliger Studenten und einem verbotenen Duell floh er am 23. März 1811 heimlich aus der Stadt. Die Relegation wurde ihm nachträglich zugestellt und an anderen Universitäten bekanntgemacht. Noch im selben Jahr ging er nach Wien. Die Sächsische Biografie datiert den Aufbruch auf Ende August 1811, die Neue Deutsche Biographie auf den Spätherbst.
Wien
In Wien schrieb er in anderthalb Jahren ein ganzes Werk. Am 8. Januar 1812 war das Knittelversstück „Der Nachtwächter“ fertig, Ende Januar das Drama „Toni“ nach Kleists Novelle „Die Verlobung in St. Domingo“, Mitte Februar das Trauerspiel „Die Sühne“. Sein umfangreichstes Stück „Zriny“ beschäftigte ihn von März bis Juni 1812 und brachte ihm Ende des Jahres den Durchbruch. Sein Libretto „Der vierjährige Posten“ erfuhr später mindestens 21 Vertonungen, eine davon 1815 von Franz Schubert. Seit dem Sommer 1812 war er mit der Schauspielerin Antonie Adamberger verlobt, im August führte er seine Braut den nach Wien gereisten Eltern zu. Am 9. Januar 1813 unterschrieb er den Vertrag als Hoftheaterdichter, das Jahresgehalt betrug 1.500 Gulden Wiener Währung. Er war einundzwanzig und hatte alles, wonach andere sich ein Leben lang strecken.
Der Brief
Am 10. März 1813 teilte er dem Vater brieflich mit, dass er Stellung und Braut aufgibt und in den Krieg zieht. Nichts zwang ihn dazu. Als geborener Sachse und österreichischer Hofbeamter war er dem preußischen Kriegsdienst nicht verpflichtet. Am 18. August 1813 stand sein Name in den Dresdener Anzeigen unter 171 jungen Burschen, die der Rat zu Dresden unter Strafandrohung zur Erfüllung ihrer Militärpflicht aufrief. Gemeint war damit der Dienst unter Napoleon. Da kämpfte er längst auf der anderen Seite. Mitte März war er in Breslau als Jäger zu Fuß in das Lützowsche Freikorps eingetreten, die Sächsische Biografie nennt den 19. März 1813. Am 24. April 1813 wurde er in Leipzig zum Offizier befördert. Auf denselben Tag datiert die Überlieferung das auf dem Schneckenberg entstandene Lied „Lützows wilde Jagd“. Ende Mai wechselte er als Adjutant des Majors von Lützow zur Reiterei.
Kitzen und Rosenow
Am 17. Juni 1813 wurde das Freikorps bei Kitzen überfallen. Der Waffenstillstand war am 4. Juni geschlossen worden, Lützow erfuhr erst am 9. Juni davon. Körner wurde durch Säbelhiebe am Kopf schwer verwundet. Er schleppte sich in ein Gehölz, Bauern fanden ihn nach einer Nacht. In Leipzig-Großzschocher wurde er versteckt und gepflegt. Sein Sonett „Abschied vom Leben“ trägt im Druck die Überschrift, er habe in der Nacht vom 17. auf den 18. Juni schwer verwundet und hülflos in einem Holze gelegen und zu sterben gemeint. Ob er es dort geschrieben hat, ist nicht belegt. Am 26. August 1813 wurde er im Forst Rosenow zwischen Gadebusch und Schwerin tödlich getroffen. Die genauen Umstände gelten in der Forschung als unklar. Am 27. August 1813 begruben ihn Kameraden in Wöbbelin. Sein 22. Geburtstag wäre vier Wochen später gewesen.
Alle Stationen
- 1791
Geburt in Dresden
Am 23. September. Der Vater ist Oberappellationsgerichtsrat und ein Freund Schillers. Die Neue Deutsche Biographie setzt das Datum abweichend auf den 30. September an.
- 1808 bis 1810
Bergakademie Freiberg
Vom 10. Juni 1808 bis zum 28. Juni 1810 studiert er Bergbau und Mineralogie. Abraham Gottlob Werner und Wilhelm August Lampadius fördern ihn.
- 1810
Der erste Gedichtband
„Knospen“ erscheint bei Göschen in Leipzig. Körner ist achtzehn Jahre alt. Im August bezieht er die Leipziger Universität.
- 1811
Raus aus Leipzig, rein nach Wien
Nach Händeln mit adligen Studenten und einem verbotenen Duell flieht er am 23. März heimlich aus der Stadt. Die Relegation wird ihm nachgeschickt.
- 1812
Durchbruch und Verlobung
Mit dem Trauerspiel „Zriny“ gelingt Ende des Jahres der Durchbruch. Seit dem Sommer ist er mit der Schauspielerin Antonie Adamberger verlobt.
- Januar 1813
Feste Stelle in Wien
Am 9. Januar unterschreibt er den Vertrag als Hoftheaterdichter. Das Jahresgehalt beträgt 1.500 Gulden Wiener Währung.
- März 1813
Der Brief und der Abschied
Am 10. März schreibt er dem Vater, dass er Stellung und Braut aufgibt. Mitte März tritt er in Breslau in das Lützowsche Freikorps ein. Am 24. April wird er in Leipzig zum Offizier befördert.
- 17. Juni 1813
Kitzen
Beim Überfall auf das Freikorps wird er durch Säbelhiebe am Kopf schwer verwundet. Bauern finden ihn nach einer Nacht. In Leipzig-Großzschocher wird er versteckt und gepflegt.
- 26. August 1813
Rosenow und Wöbbelin
Tödlich getroffen im Forst Rosenow zwischen Gadebusch und Schwerin. Die Umstände gelten als unklar. Am 27. August wird er in Wöbbelin bestattet. 1814 gibt der Vater „Leyer und Schwerdt“ heraus.
Quellen
Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), Neue Deutsche Biographie 12 (1980), Sächsische Biografie des ISGV, Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, Deutsches Textarchiv und Projekt Gutenberg. Belegte Zitate und ein Faktencheck zu Falschzuschreibungen schicken wir auf Anfrage an theodor@körner-woche.de.